Möge die Macht mit Dir sein

Hast Du Angst vor der Zukunft? Denkst Du, dass Du sowieso nichts beeinflussen kannst und alles was geschieht „Schicksal“ ist?

Klar ist es erlaubt, über die Zukunft nachzudenken und mit Respekt vor dem Ungewissen zu stehen. Aber wir können sehr viel dafür tun, dass unsere Zukunft erlebenswert wird.

Etwas, worauf wir uns in diesem Leben absolut verlassen können, ist der ständige Wandel. Das Leben bleibt nicht, wie es ist. Es bleibt nicht einmal für denjenigen stehen, der selbst stehenbleibt; denn alles ist im Fluss – alles fließt.

Und wenn das Leben uns heute nicht das bringt, was wir uns erhofft haben, dann können wir zwar darüber verzweifeln und uns aufregen, aber wir sind nicht dazu verpflichtet!

Wir haben die Möglichkeit, Dinge zu ändern – unser Leben also selbst zu beeinflussen. Viele Menschen sehen dies nicht und sind deshalb natürlich auch nicht einmal dankbar für diese wunderbare Möglichkeit, die wir als Menschen haben. Ist nicht jede unerwünschte Situation eine Gelegenheit, unsere Fähigkeit, Situationen zu beeinflussen oder gar zu ändern, weiter zu stärken und auszubauen? Es kann also nicht darum gehen, nur problemlos durchs Leben zu kommen, sondern darum, Situationen zu ändern, die uns nicht gefallen, um somit den Glauben an uns und an die Fähigkeit, das Leben selbst zu beeinflussen, zu stärken.

Die Angst vor der Zukunft können wir nur dann besiegen, wenn wir in der Vergangenheit bewiesen haben, dass wir mit der Gegenwart klarkommen. Jeder Mensch braucht also, um sein Leben sinnvoll zu empfinden – das Gefühl, dass er in irgendeiner Form Macht über sein Leben hat– einen Einfluss ausüben kann.

Es geht also darum, dass wir unser Leben selbst leben und es nicht einfach von anderen leben lassen. Es so zu leben, um anderen gefallen zu wollen, ist nur eine zeitlich begrenzte Lösung. Eines Tages wird es uns in irgendeiner Weise verletzen.

Klar können wir nicht alles ändern. Aber das ist ja auch gut so. Stell Dir vor, jeder könnte das Wetter ändern oder jeder könnte ändern, was er wollte und schon hätten wir nach wenigen Minuten das absolute Chaos auf diesem Planeten.

Aber: Wie oft hat sich schon herausgestellt, dass eine nicht erwünschte, nicht zu ändernde Situation nur der erste Schritt in eine neue wunderbare Zukunft war?

Meine Tochter hatte während ihres letzten Schuljahres unzählige Bewerbungen geschrieben und wollte unbedingt in die Werbebranche. Sie war da sehr ehrgeizig, hatte Praktika gemacht und sich Bildbearbeitungsprogramme gekauft und damit geübt und Muster kreiert.  Einige vielversprechende Vorstellungsgespräche aber letztendlich nur Absagen. Da sie bei Familienfeiern immer die herrlichsten Torten und Kuchenkunstwerke geschaffen hatte, gaben wir ihr den Rat, dass Sie überlegen könnte, dass ihr Konditorin auch noch Spaß machen könnte.  In ihrer Angst gar keinen Ausbildungsplatz zu bekommen hat sie sich schließlich bei Konditoreien beworben und einen Ausbildungsplatz bekommen. Nach einer Woche bemerkte sie, dass es überhaupt nicht ihren Vorstellungen entsprach und wurde zudem auch noch krank. Völlig verzweifelt wollte sie schon alles hinschmeißen. Aber der Ausbildungsbetrieb ist ihr zuvor gekommen. Im Briefkasten lag die Kündigung. Meine Tochter war absolut sauer und wütend über diese Absage.

Kurze Zeit später hat sie durch Herumtelefonieren, Freunde befragen und Einsatz eine Stelle bekommen in einem Labor. Dort wäre sie niemals aufgrund der Stellenbeschreibung hingegangen. Tiergewebe und Exkremente untersuchen klingt nicht besonders erstrebenswert, aber durch diese Notsituation hat sie sich entschieden, diesen Beruf zu erlernen.  Und: Sie ist in diesem Beruf überglücklich. Ohne die Absagen und die Kündigung wäre sie nie auf diesen Beruf gekommen und ist im Nachhinein sehr dankbar.

Warum begreifen wir nicht, dass hier unser Unter- und auch Überbewusstsein eingegriffen haben, um uns das zu geben, wonach wir uns sehnten, aber nicht den Mut hatten, die Situation selbst in die Hand zu nehmen?

Der wohl schwierigste Teil liegt darin, das Unerwünschte vom Erwünschten zu unterscheiden. Aber hier kommt das Gesetz der großen Zahl ins Spiel oder anders ausgedrückt: Das Glück ist auf der Seite der Fleißigen.

Je öfter wir darauf achten, wie sich unsere vorangegangen Entscheidungen in der Zukunft ausgewirkt haben, umso klarer erkennen wir, was wir ändern und was wir annehmen sollten.

Und je mehr wir erkennen, dass sich unerwünschte, nicht zu ändernde Situationen langfristig wünschenswert ausgewirkt haben, umso mehr Vertrauen bekommen wir auch zu der Macht, die hinter unserem Universum steckt und erkennen, dass es diese Macht gut mit demjenigen meint, der selbst bereit ist, sein Bestes zu geben.

Wir wissen genau, dass wir schon oft in unerwünschte Situationen gekommen sind, die wir leicht hätten vermeiden können. Sind wir doch ab heute immer ehrlicher zu uns selbst und lassen uns nur auf das ein, was wir auch vor uns selbst verantworten können, denn wir werden es eines Tages auch selbst  zu verantworten haben.  Entscheiden wir uns doch gemeinsam heute dafür, dass wir das, was wir ändern können, auch ändern, und zwar gleich!

Jedes Aufschieben bringt nur Nachteile. Und dass wir das, was wir nicht ändern können, annehmen und darauf vertrauen, dass es sich für uns zum Besten ergeben wird. Es wird sich dann zum Besten ergeben, wenn wir, vorher unser Bestes gegeben haben, anstatt uns nur davor zu drücken.

Ich wünsche Dir, dass es gelingt.

Deine Ursula